Aus materialfluss 5/2020

duisport: Stabil in schwierigen Zeiten

2019 zeigte sich das diversifierte Geschäftsmodell der duisport-Gruppe stabil. Das wurde bei der erstmals online durchgeführten Bilanzpressekonferenz der duisport-Gruppe am 21. April deutlich.

Der Vorstand der duisport-Gruppe: Prof. Thomas Schlipköther (links), Erich Staake (Vorsitzender, Mitte) und Markus Bangen (rechts). © duisport

Obwohl das wirtschaftliche Umfeld schon 2019 erheblich schwieriger geworden war, konnte die duisport-Gruppe im abgelaufenen Geschäftsjahr noch Kurs halten. Zwar ging der Gesamt­umschlag im Hafen zurück, dennoch konnte das ­immer stärker diversifizierte Unternehmen 2019 einen Umsatz in Höhe von 292,6 Mio. Euro erzielen. Das ist eine Steigerung um 5,1% oder 14,1 Mio. Euro gegenüber dem Umsatz von 278,5 Mio. Euro im Vorjahr. Das operative Ergebnis (EBITDA) verbesserte sich um 2,1% von 42,5 auf 43,4 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss erhöhte sich von 12,2 Mio. Euro in 2018 auf 13,0 Mio. Euro. Das ist ein Plus von 6,8 %.

„Nach 21 Jahren ununterbrochenen Wachstums steht der Duisburger Hafen vor großen Herausforderungen. Die mit der Pandemie einsetzende Rezession und der zweite Strukturwandel an Rhein und Ruhr werden negative Auswirkungen in diesem und in den folgenden Geschäftsjahren haben. Die einsetzenden Nachholeffekte, der Rückgang im Automotive- und Industriegeschäft, sind schon heute einschneidend und werden noch bis weit in den Herbst spürbar sein. Insgesamt rechne ich mit einem Rückgang der gesamten Wirtschaftsleistung von ­­­­­­10 % über das Jahr 2020,“ schätzt der Vorstandsvorsitzende der duisport-Gruppe Erich Staake die Lage ein. „Wir müssen mit Augenmaß und Realitätssinn auf Sicht fahren, dürfen aber ­unsere strategischen Projekte nicht vernachlässigen. Wir müssen unsere Geschäftsmodelle für den zweiten Strukturwandel hin zu einer digitalisierten Logistik und Industrie aktiv anpassen, deshalb werden wir im Digitalisierungsbereich unseren Inkubator startport wie geplant weiter ausbauen. Auch anspruchsvolle ­Infrastrukturprojekte wie logport VI werden weiter forciert. Die Corona-Situation darf nicht zu einer Lähmung führen, sondern fordert unsere unternehmerische Kreativität in besonderer ­Weise heraus. Wir werden die zu erwartenden Rückschläge hinnehmen, aber weiter mutig nach vorn schauen. Nur so kann man diese Krise überwinden“, so Staake weiter.
Das umsatzstärkste Geschäftssegment Verpackungslogistik verzeichnete mit 8,9 % ein kräftiges Plus – von 93,6 Mio. Euro auf nun 102,0 Mio. Euro. Bei der Kontraktlogistik erzielte ­duisport ein Umsatzwachstum von 24,4 Mio. Euro auf nun 29,7 Mio. Euro. Das Segment Infra- und Suprastruktur verbuchte einen Umsatz von 53,5 Mio. Das ist ein leichter Rückgang um 1,6 % gegenüber 54,3 Mio. Euro im Vorjahr. Der Umsatz bei den logistischen Dienstleistungen sank um 1,5 % von 77,1 Mio. Euro auf 75,9 Mio. Euro. Die duisport-Gruppe hat 2019 die Ausgaben für Sach- und Finanzinvestitionen von 20 Mio. Euro in 2018 auf nun 26,4 Mio. Euro gesteigert.

Anzeige

Gesamtgüterumschlag
Der Gesamtgüterumschlag der duisport-Gruppe ist 2019 von 65,3 Mio. Tonnen auf ca. 61,1 Mio. Tonnen gesunken. Das ist ein Rückgang um 4,2 Mio. Tonnen. Hauptursachen dafür sind die sich abschwächende Industrienachfrage und der Ausstieg aus der Kohleverstromung, der zu einem weiteren deutlichen Rückgang der Schüttladungen geführt hat. Insgesamt lag der Kohle- und Stahlbereich mit 20 % unter Vorjahresniveau. Weitere Faktoren sind unter anderem die Sperrung der Öresundbrücke, die den Handel mit Skandinavien deutlich beeinträchtigt, außerdem die abgeschwächte Nachfrage nach chemischen Vor­produkten. Der Containerumschlag der Duisburger Hafen AG ist da­gegen 2019 mit rd. 4,0 Mio. TEU auf dem Niveau von 2018 (4,1 Mio. TEU) geblieben. Mit einem Anteil von rund 60 Prozent ist der Containerumschlag inzwischen das wichtigste duisport-­Geschäftsfeld.

„Der Abschied von der Kohle, die fortgesetzte Krise im Stahl, die unklaren politischen Rahmenbedingungen der Energie­wende, die Herausforderungen der Digitalisierung und die sich abzeichnende konjunkturelle Verschlechterung, all diese Fak­toren wirken wie ein zweiter Strukturwandel für ganz Nordrhein-Westfalen. Das diversifizierte Geschäftsmodell der Duisburger Hafen AG ist diesen Herausforderungen gewachsen. Aber auch ein so gut aufgestelltes Unternehmen wie unseres kann sich auf Dauer den zunehmend schlechteren Rahmen­bedingungen nicht entziehen“, so das Fazit des duisport-­Vorstandsvorsitzenden Erich Staake zur Umschlagstatistik des Jahres 2019.

Wichtige Projekte 2019 (Auswahl)
logport VI in Duisburg-Walsum: Auf dem 40 Hektar großen Areal von logport VI baut duisport ein trimodal angebundenes Containerterminal direkt am Rhein. Im September 2019 hat logport VI, das zweitgrößte Entwicklungsprojekt seit logport I, das erste Etappenziel erreicht. Zu diesem Zeitpunkt war der Abriss der Fabrikhallen der 2016 in Konkurs gegangenen Papierfabrik Walsum beendet, die Fläche war baureif gemacht.

Hand in Hand für weniger Lkw-Verkehre: Im Zuge der ­weiteren Entwicklung von logport VI hat duisport inzwischen die genehmigungsrechtlichen Grundlagen für den Bau des Containerterminals sowie der internen Erschließungsstraße von logport VI erarbeitet: Die DIG soll kurzfristig mit der Durchführung des Bebauungsplanverfahrens für den 2. Bauabschnitt der Querspange Walsum beauftragt werden; zudem wird die Gesellschaft auch die bauliche Realisierung des ersten Bau­abschnitts im Auftrag der Stadt übernehmen. Als Hauptgesellschafter der Duisburger Infrastrukturgesellschaft (DIG) wird die Stadt Duisburg den Planungsauftrag für den zweiten Bau­abschnitt nun auch formal erteilen.

logport V in Oberhausen: Die logport ruhr GmbH, ein Joint Venture von duisport und RAG Montan Immobilien, bereitet derzeit ein 30-Hektar-Areal in Oberhausen für die Edeka Handelsgesellschaft Rhein Ruhr mbH auf. Dort entsteht ein Zentrallager mit über 1.000 Arbeitsplätzen. Im Juni 2019 hat Edeka Rhein-Ruhr von der Stadt Oberhausen die Genehmigung zum Bau und Betrieb erhalten. Im Oktober 2019 fand auf dem Areal in Sichtweite der A3 der erste Spatenstich statt. Während die Logistikhallen in den Himmel wachsen, ­arbeitet die logport ruhr GmbH an der Vollendung einer zwei Kilometer langen Verbindungsstraße zum Autobahnanschluss. Edeka plant die Eröffnung des Lagers vor dem Start der Weihnachtssaison 2021. Startport: startport ist die Innovationsplattform des Duisburger Hafens. Seit der Gründung Ende 2017, wurde bisher bereits insgesamt 35 Startup-Unternehmen die Möglichkeit gegeben, gemeinsam mit dem Accelerator startport, innovative Lösungen für die Logistik-Branche zu entwickeln. Neben jungen Startup-Gründern aus Deutschland sind seit Anfang 2020 auch zwei Startup-Unternehmen aus Finnland und Slowenien im startport-Headquarter im Duisburger Innenhafen tätig. Gleichzeitig wächst das Team der startport GmbH - im Geschäftsjahr 2019 auf insgesamt 12 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Aus materialfluss 5/2020

Nachhaltigkeit in Echtzeit

Die Corona-Krise hat starke Auswirkungen auf unser Leben und beeinflusst auch die Umwelt – hier jedoch positiv: Die aktuelle Situation beschert uns eine erfreuliche Kohlenstoffdioxid-Bilanz. Agile ­Lieferketten mit der richtigen Transportsoftware...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Newsletter bestellen

Immer auf dem Laufenden mit dem materialfluss NEWSLETTER

Aktuelle Unternehmensnachrichten, Produktnews und Innovationen kostenfrei in Ihrer Mailbox.

AGB und Datenschutz gelesen und bestätigt.
Zur Startseite