Aus materialfluss 1-2/2020

Marvin Meyke,

Energiezuführung von igus: Beweglichkeit auf engem Raum

Gollmann Kommissioniersysteme fertigt Schubschränke für Apotheken, um Medikamente platzsparend zu lagern. Bei Auswahl und Optimierung der beweglichen Leitungen und Energieketten arbeitet das Unternehmen seit mehr als zehn Jahren mit Igus zusammen.

© Gollmann

Die logistische Leistung der nahezu 20.000 Apo­theken in Deutschland ist nicht jedermann bewusst. Üblicherweise hält eine Apotheke rund 20.000 ­Medikamente vor – bei großen Apotheken können es auch 60.000 sein. Die Tägliche Belieferung ­geschieht bis zu fünf Mal. Das bedeutet: hoher Durchsatz, ­komplexes Lager, begrenzter Platz. Es haben sich Kommissionier­anlagen durchgesetzt, bei denen der Apotheker per Knopfdruck das gewünschte Medikament anfordert und sich in der kurzen Wartezeit seinem Kunden widmen und ihm zum Beispiel die Medikation erklären kann.

Schubschranksystem spart Platz
Gollmann Kommissioniersysteme sind besonders kompakt. Während andere Systeme mit festen Gassen arbeiten, in denen ein Handlingsystem verfährt, setzt Gollmann auf verfahrbare Schränke, die immer jeweils dort eine Gasse öffnen, wo gerade Ware kommissioniert oder eingelagert wird. Dieses Prinzip spart Platz und ermöglicht eine individuelle Anpassung an die räumlichen Gegebenheiten in allen Dimensionen. Trotz dieser Fertigungskomplexität sind Flexibilität und ­Zuverlässigkeit zu garantieren. Gollmann setzt hier auf zwei Faktoren: die hohe Fertigungstiefe und hochwertige Industriepartner als Zulieferer. Schließlich müssen die Kommissionier­anlagen ­ausfallsicher sein und rund 15 Millionen Bewegungen in 15 ­Jahren Apotheken­leben überdauern.

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Bewegliche Energieversorgung
Jeder Schrank verfährt mit einem Schrittmotor, der mit Energie- und Signalzuführungen versorgt werden muss. Zum Beispiel wird die Endposition jeweils über einen Initiator abgefragt. Das bedeutet: Es gibt viele bewegliche Leitungen und entsprechend auch diverse Energieketten, zumal auch der Arm des Regalbedien­gerätes und der Greifer am Ende des Armes Energie benötigen.

Gollmann hat sich schon 2007 für Energieketten unter anderem aus der Baureihe E065 von Igus entschieden und ist seitdem dabei geblieben. Etwas später fiel dann die Entscheidung, auch die Leitungen bei Igus zu beziehen. Da die Gollmann-Kommissionieranlagen per CAN-Bus kommunizieren, stehen hier die Busleitungen aus dem Chainflex-Programm im Fokus. Allein aus der Chainflex-Serie CF211 hat das Unternehmen im vergangenen Jahr fast 30 Kilometer Leitungen bezogen. Eine ­eigens entwickelte Chainflex-Mess­systemleitung auf Basis der Serie CF211 brachte Vorteile in der Verarbeitbarkeit der Leitung. Das komplette Leitungs­sortiment hat Igus speziell für den ­bewegten und anspruchsvollen Einsatz in Energieketten entwickelt und unter realen Bedingungen getestet. Auf die Haltbarkeit vergibt Igus eine Garantie von 36 Monaten beziehungsweise bis zu 40 Millionen Doppelhübe etwa bei der Chainflex CF298.

Gute Verfügbarkeit
Bei diesen Verbrauchsmengen lassen sich schon repräsentative Aussagen zur Zuverlässigkeit treffen. Sven Ronneberger: „In ­unseren weltweit installierten Kom­missionieranlagen haben wir bisher mehr als 20.000 Energieketten verbaut, die ohne Störungen und Wartung laufen.“ Das ist auch deshalb wichtig, weil die ­Apotheken, die in einen Gollmann-Automaten ­investieren, von einem „Rundum-Sorglos-Paket“ profitieren: Der Herstell­er übernimmt über die durchschnittliche Anlagen­lebensdauer von fünfzehn Jahren lang die ­Verantwortung und die Kosten für den kom­pletten Service samt un­geplanter ­Ausfälle. Das Sicherheits­versprechen untermauert Gollmann mit einer ­zusätzlichen Aufwands­entschädigung ­sowie einem bundesweiten Drei-­Stunden-vor-Ort-Service. Daher liegt die Auswahl langlebiger und ausfall­sicherer Komponenten im eigenen ­Interesse, weshalb die Zusammen­arbeit auch mit Dauertests der Energie­ketten und Leitungen von Igus an der Testanlage von Gollmann ­startete. Parallel wurden die Komponenten unter den von Gollmann ­vor­gegebenen Parametern mit den Erfahrungswerten abgeglichen, die Igus seit mehr als 27 Jahren aus Tests im 3.800 ­Quadratmeter großen Testlabor sammelt. Dabei berücksichtigten die Tests insbesondere den Biegeradius, der hier aufgrund der Kompaktheit der ­Anlagen oft eng ist.

„Unsere Mitarbeiter aus den Ab­teilungen Konstruktion sowie Forschung und Entwicklung schätzen die offene, langjährige und durch Partnerschaft ­geprägte Zusammenarbeit mit Igus. Ein zusätzlicher Vorteil, der nicht selbst­verständlich ist, sind die persönlich von Igus durchgeführten Produktschulungen bei uns vor Ort“, so Ronneberger.

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